was unterscheidet Judo von anderen Kampfsportarten?

Judo ist kein Kampfsport! Judokas verstehen sich mehr als Partner denn als Gegner, die miteinander kämpfen, ohne sich zu verletzen (Kampf ohne Gewalt) und einander Respekt und Achtung erweisen. Denn Judo bedeutet übersetzt «der sanfte Weg», womit die zwei philosophischen Grundprinzipien gemeint sind: Zum einen das gegenseitige Helfen und Verstehen zum beiderseitigen Fortschritt und Wohlergehen (Jita Kyoei) und zum anderen der bestmögliche Einsatz von Körper und Geist (Seiryoku Zenyo). Ziel ist es, diese Prinzipien als eine Haltung in sich zu tragen und bewusst in jeder Körperbewegung zum Ausdruck zu bringen.

Bereits seit 1964 ist Judo eine olympische Sportart. Judo ist jedoch nicht nur ein Wettkampfsport, sondern bietet eine ganzheitliche und erziehungstherapeutische Unterstützung für Kinder und Schüler mit Lern- und Konzentrationsschwächen. Es stärkt nicht nur ihren ganzen Körper, sondern auch ihren Geist, wodurch sie Selbstvertrauen gewinnen und besser mit schulischen Herausforderungen umgehen.

Traditionell betreibt man Judo in der japanischen Kleidung, auch Judogi genannt. Er wird aus einem reißfesten Baumwollstoff gefertigt und besteht aus Jacke, Hose und Gürtel. Der Anfänger trägt grundsätzlich einen weißen Obi (= Gürtel)Je dunkler die Gürtelfarbe, desto höher ist der Schülergrad.

Das Wort Kalligrafie stammt aus dem Griechischen und bedeutet die Kunst des schönen Schreibens. Die japanische Schrift «Kanji» ist vor ca. 1500 Jahren mit bedeutungstragenden Schriftzeichen entstanden. Insgesamt gibt es bis zu 50'000 Schriftzeichen. Ein gebildeter Japaner kann davon bestenfalls 5000. Jeder der eine japanische Zeitung lesen möchte, muss fast 2000 verschiedene Schriftzeichen lernen.

Kalligrafie der Judo-Grundprinzipien, von oben nach unten zu lesen (links: Jita Kyoei, rechts: Seiryoku Zenyo)